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Band lebens- und liebenswert
Headfoto Orgel

STUMM-Orgeln

Der berühmte Orgelbauer Johann-Michael STUMM wurde im Jahr 1683 geboren und war zunächst Goldschmied. In dem kleinen Hunsrückdorf Sulzbach – 4 km von Rhaunen entfernt – begann er um 1715 mit dem Orgelbau. Das war der Beginn einer über sechs Generationen reichenden, meisterhaften Orgelbautradition, die mehr als 350 Orgeln hervorbrachte, von denen noch der größte Teil erhalten ist.

Hierzu zählen u.a. die wohl berühmteste STUMM-Orgel in Amorbach/Odenwald, die ehemalige Orgel in der Ludwigkirche/Saarbrücken, die „Mozart-Orgel“ in Kirchheim-Bolanden, aber auch viele kleine Orgeln, die von Orgelkennern nicht weniger geschätzt werden.

Traumschleife STUMM-Orgel-Weg

Die Wanderung auf dem "STUMM-Orgel-Weg" lädt dazu ein, sich auf den Spuren der berühmten Orgelbauerfamilie "STUMM" zu begeben, deren Wurzeln im kleinen Hunsrückort Sulzbach bei Rhaunen zu finden sind. Über sechs Generationen haben die STUMMs im Verlauf von 180 Jahren mehr als 400 Orgeln gebaut, von denen ein Großteil bis heute in Kirchen in ganz Deutschland erklingt. Zum Wanderstrecke bzw. zur Audiothek kommen Sie hier.

Info-Tafeln:

Die Orgeln

Viele dieser Instrumente stammen noch aus der Barockzeit. Forscht man nach den Erbauern der imposanten Werke, stößt man auf einen Namen, der gar nicht so recht zu einer wohlklingenden Orgel passen will: Den Namen "STUMM".

Über sechs Generationen hinweg haben die Stumm´s, die aus dem Hunsrückdörfchen Sulzbach bei Rhaunen stammen, im Verlauf von 190 Jahren (1716 – 1906) rund 400 Orgeln gebaut, von denen die meisten noch heute bei Konzerten und im Gottesdienst gespielt werden. Hier zur Geschichte der Familie STUMM mehr...

Der STUMM-Orgel-Verein Rhaunen - Sulzbach e.V.

Stumm-Orgeln
Stumm-Orgeln

Ein 1975 gegründeter „STUMM-Orgelverein“ in Rhaunen- Sulzbach machte sich zur Aufgabe, das STUMM´sche Erbe nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und daran zu erinnern, dass es Männer aus dem Nahe- Hunsrückraum waren, die nicht nur zu Wegbereitern für den Aufbau wirtschaftlicher Großunternehmen wurden, sondern als Instrumentenbauer in Kunst und Handwerk überregionale Pionierleistungen vollbrachten. Der „STUMM-Orgelverein“ organisiert u. a. Orgelkonzerte, Orgelkundefahrten und Orgelwanderungen unter dem Motto: „ Auf den Spuren der STUMM´s“.

Sonderkonzerte für Gruppen möglich auf Anfrage bei der Vorsitzenden des STUMM-Orgelvereins Elisabeth Jost unter Tel. 06781/44590

Informationen zu den vom STUMM-Orgelverein organisierten Konzerten an STUMM-Orgeln finden Sie hier.

Vorstellung der Orgeln

Hier finden Sie die einzelnen erhaltenen STUMM-Orgeln in der Verbandsgemeinde Rhaunen:

Evangelische Pfarrkirche in Rhaunen
Katholische Pfarrkirche St. Martin in Rhaunen
Evangelische Pfarrkirche in Stipshausen
Evangelische Pfarrkirche in Hottenbach
Evanglische Pfarrkirche in Schauren
Evangelische Kirche in Sulzbach

Evangelische Pfarrkirche in Rhaunen

5.2, Orgel ev. Kirche Rhaunen
Foto: Adolf Sopper

Eine dem heiligen Martin gewidmete Kirche in Rhaunen wird in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts erwähnt. Das Kirchenschiff der heutigen Kirche wurde um 1700 anstelle eines Vorgängerbaues errichtet und die Wand auf der Nordseite im späten 19. Jahrhundert neu aufgeführt. Aus der Zeit der Ersterwähnung stammt noch der mächtige Chorturm im Osten, dessen Helm mit vier Ecktürmchen in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts gefertigt wurde. Die Kirche wurde bis zum Neubau einer katholischen Kirche gegen Ende des 19. Jahrhunderts simultan genutzt.
Die Orgel mit Akanthusschnitzereinen am Prospekt ist die älteste erhaltene STUMM-Orgel überhaupt. Sie wurde von Johann Michael STUMM 1723 als einmanualiges Instrument erbaut.
Nach einer umfassenden Renovierung und Erweiterung der Orgel durch die Firma Oberlinger im Jahr 1934 wurde das Werk 1979 auf seinen ursprünglichen Zustand von 1723 zurückgeführt. Es hat nach dieser beispielgebenden Restaurierung durch die Orgelbaufirma Klais (Bonn) nun wieder die originale Disposition.
Schlüssel für die Kirche: Frieda Hildebrand, Im Näsbachtal 5, Tel. 06544/9399

Katholische Pfarrkirche St. Martin in Rhaunen

5.5 Orgel kath. Kirche Rhaunen

Nach der Aufhebung des Simultaneums wurde 1897/ 98 das Gotteshaus als unverputzter Bruchschieferbau errichtet. Die neugotische Hallenkirche mit ihren schmalen Seitenschiffen und Kreuzrippengewölbe über den Rundpfeilern im breiten Mittelschiff hat ihren Turm auf der Westseite.
Die Orgel stammt aus einer Werkstatt der Kirner Linie der Orgelbauerfamilie STUMM. Nachdem die Brüder Gustav und Julius STUMM in Emmerich eine Firma gegründet hatten, verlegte Gustav STUMM nach dem Tod seines Bruders die Werkstatt nach Kirn. Dort erbaute 1893 Gustav STUMM die Orgel für die katholische Pfarrgemeinde Rhaunen.
Schlüssel für die Kirche: Frau Fey, Frau Görg, Kirchstraße 3, Tel. 06544/264 oder 615

Evangelische Pfarrkirche in Stipshausen

16.3 Orgel Stipshausen

Im Jahr 1334 wird eine dem heiligen Antonius geweihte Kapelle in Stipshausen urkundlich erwähnt.
Von 1686 bis zur Erbauung einer eigenständigen katholischen Kapelle 1780/81 wurde die Kirche simultan genutzt.
Die heutige evangelische Kirche ist ein Kirchenneubau von 1778. Nach den Plänen des Baumeisters Johann Petri aus Schneppenbach wurde das Gotteshaus anstelle der baufälligen mittelalterlichen Kirche als schlichter, dreiseitig geschlossener Saalbau errichtet. Seine Architektur ist vergleichbar mit den Kirchen von Schauren und Krummenau. Bemerkenswert ist wiederum die Innenausstattung.
Wegen der reichhaltigen Ausmalungen und barocken Ausgestaltungen des Kircheninneren gelten diese Kirchen als typische Vertreter des sog. „Hunsrücker Bauernrock“.
Die Orgel wurde zum Preis von 550 Talern im Jahr 1861 von den Gebrüdern STUMM aus Sulzbach erbaut.
Nach der Renovierung des Werkes im Jahr 1956 wurde die Orgel 1986 durch die Firma Weimbs (Hellenthal/ Eifel) erneuert und mit einem neuen Prospekt versehen.
Schlüssel für Kirche: Frau Scherer, Tel. 06544/8523

Evangelische Pfarrkirche in Hottenbach

14.3, STUMM-Orgel Hottenbach
Foto: Stumm-Orgel-Verein

Die Kirche in Hottenbach wird seit dem 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Zum Hottenbacher Kirchspiel gehören die Dörfer Hellertshausen, Asbach und Weiden. Die heutige evangelische Kirche weist mit dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Chorturm die älteste Bausubstanz auf. Das ebenfalls mittelalterliche Kirchenschiff wurde nach seinem Abbruch im Jahr 1903 unter Verwendung der alten Bauteile durch einen Neubau ersetzt. Von der Ausstattung der Vorgängerkirche wurden u. a. der spätgotische Taufstein, die Empore von 1601, die rund 100 Jahre jüngere Kanzel und die STUMM-Orgel von 1737 wiederverwendet.
Im ehemaligen Chorturm wurden 1972 umfangreiche figürliche Ausmalungen aus dem 14. Jahrhundert restauriert. Dort befinden sich auch ein römischer Viergötterstein, ehemals Bestandteil des mittelalterlichen Hochaltars und Hinweis auf eine römische Villa.
Die Orgel erbaute Johann Michael STUMM im Jahr 1737. Im Jahr 1904 wurde das Instrument von der Firma Gustav STUMM (Kirn) umgebaut und erweitert. Nach der im Jahr 1973 erfolgten Renovierung des Werkes durch die Firma Oberlinger (Windesheim) wurde 1989 die Orgel von der Firma Weimbs (Hellenthal) nach- und umintoniert.
Schlüssel für die Kirche: Pfarrer Erik Zimmermann, Hauptstraße 7, 55758 Hottenbach

Evangelische Pfarrkirche in Schauren

Stumm-Orgel Schauren
Stumm-Orgel Schauren
Foto: Karl-Jürgen Strack

© Karl-Jürgen Strack
Im Jahr 1386 findet eine heute nicht mehr vorhandene, am Ortsrand gelegene Kirche Erwährung. Diese alte Kapelle wurde im Jahr 1767 durch einen Kirchenneubau in der jetzigen Ortsmitte ersetzt. Das schlichte Gotteshaus ist ein dreiseitiger, geschlossener Saalbau mit verschiefertem Dachreiter an der Eingangsseite. Beeindruckend ist das Kircheninnere. Aufgrund der vollständig erhaltenen barocken Ausmalungen und Ausstattungen aus der Erbauungszeit gehört die Kirche in Schauren zu den bemerkenswertesten Objekten Hunsrücker Sakralkunst. Wie in der Kirche zu Stipshausen ist die Holzdecke mit farbenreichen Ornamenten bemalt. Empore und Kanzel sind mit biblischen Darstellungen und Apostelbildern geschmückt. Übereinstimmungen im „Bild und Dekorprogramm einschließlich der Farbpalette“ verweisen auf die gleiche Malerhand, wobei in dem bislang unbekannten Künstler dieses sog. „Bauernbarock“ der aus Kastellaun stammende Franz Freundt (1729-1795) vermutet wird ( R. Schommers).
Die Orgel mit Rokoko-Gehäuse von 1780 stammt aus der Sulzbacher Orgel-Werkstatt STUMM. 1969 wurde das Instrument von der Firma Oberlinger renoviert.
Schlüssel für die Kirche: Presbyter Wolfgang Loch, Brunnenweg 3, Tel. 06786/7179

Evangelische Kirche in Sulzbach

9.1, Orgel Sulzbach
Foto: Stumm-Orgel-Verein

Die früheste Erwähnung der Kirche in Sulzbach stammt aus dem Jahr 1325. Der zum Kirchspiel Rhaunen gehörende Ort ist der Stammort der Orgelbauer-Familie STUMM. Die evangelische Kirche ist eine kleine Saalkirche mit mittelalterlichem Chorturm im Osten und einem Schiff aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, dessen Holztonnengewölbe kielbogig geformt ist.
Die Orgel ist das letzte zu Lebzeiten von Johann Michael STUMM erbaute Instrument, das er im Jahr 1746 seiner Heimatkirche schenkte. Das Metallpfeifenwerk, das gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein Opfer von Requisationsmaßnahmen französischer Revolutionstruppen geworden war, wurde um 1820 generell erneuert. Nach zwischenzeitlicher Renovierung des Werkes durch die Firma Oberlinger erfolgte 1979-81, ähnlich der Orgel zu Rhaunen, eine grundlegende Restaurierung des gesamten Orgelwerkes durch die Firma Johannes Klaus (Bonn).
Für die Besichtigung der Kirche in Sulzbach mit Erläuterungen zur historischen Orgel und zur berühmten Orgelbaudynastie STUMM wenden Sie sich bitte an:
  • Inge Klingels, Zum Hügel 2, 55758 Sulzbach, Tel. 06544/1390

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