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Band lebens- und liebenswert
Headfoto Orgel

4: Geschichte Rhaunen

Rhaunen, das "Siebentälerdorf" am Idarwald

4.1 Bachspautzer Rhaunen

Im Jahr 841 n. Chr. wurde Rhaunen, eine der ältesten Siedlungen des Hunsrücks, erstmals in einer Urkunde unter seinem ursprünglichen Namen "Hruna" erwähnt. Seine klimatische Vorzugslage in einer breiten Talmulde zwischen Idarkopf und Lützelsoon ließ es bereits im frühen Mittelalter zum zentralen Kirchspielsort, Marktflecken und Gerichtssitz für nicht weniger als 17 Dörfer der nahen Umgebung aufsteigen. Händler und Handwerker ließen sich im damaligen "Hruna" nieder und entfalteten unter dem gunstreichen Schutz der hierzulande dominierenden Wild- und Rheingrafen ein reges gewerbliches Leben und Treiben.

4.2 Ansicht Rhaunen

Weil neben Rhaunel-, Fromm-, Alt- und Kappelbach noch mehrere kleine Seitenläufe im Talkessel von Rhaunen zusammenfließen, wurde früher der Ort poetisch das "Siebentälerdorf" genannt. An fast allen größeren Bächen standen einst Mühlen und Sägewerke, die heute bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr vorhanden sind. Im Idarbachtal befindet sich die noch heute von der einzigen Müllerin in Rheinland-Pfalz, Daniela Müller-Lorenz betriebene „Getreidemühle Lorenz“ . In einem kleinen Mühlenlädchen werden zahlreiche Mühlenprodukte sowie andere Lebensmittel aus eigener oder heimischer Produktion angeboten. An dieser Mühle führt auch der Premium-Wanderweg „Saar-Hunsrück-Steig“ vorbei.

Ebenso gab es in diesen Tälern ein rundes Dutzend Schiefergruben, die nach dem Zweiten Weltkrieg noch über mehrere Jahre betrieben wurden.

Menhir Königstein (Königsteinstraße, Ortsausgang Rhaunen Richtung Stipshausen)
Am Königstein war es, wie der Volksmund es behauptet, oft "net geheier" ....
Rätselhaft und geheimnisumwittert scheint die Herkunft, die Bedeutung und das Alter des Königs-steins. Der Sage nach soll hier der bedeutende Hunnenkönig Attila begraben liegen.
In der älteren Literatur werden die Steinmonumente als Gerichts- und Grenzsteine oder Grab-, Opfer- und Göttersteine gedeutet. Noch vor wenigen Jahren war es Brauch, dass Beerensucher "die Wäle-brecher" nach der Heidelbeerernte einige Früchte als Opfergabe an diesen Stein drückten oder auf ihm niederlegten, um die "Waldgeister" günstig zu stimmen. Der Königstein wird immer ein Geheimnis bleiben.

4.3, Altes Rathaus

Altes Rathaus

Im Jahr 1723 wurde das nunmehr unter Denkmalschutz gestellte „Alte Rathaus“ als monumentale Zierde des Ortskerns errichtet. Vier mächtige Holzsäulen tragen sein verschiefertes Obergeschoß; die offene Vorhalle diente früher als Gerichtslaube.
Dieses weit und breit einzigartige Baudenkmals wird auch heute noch vom Ortsgemeinderat als Tagungsraum genutzt. Im Film „HEIMAT“ von Edgar Reitz dient das Rhaunener Rathaus Edu als Bürgermeisteramt.

4.4, Altes Amtsgericht

Königlich-Preußisches Amtsgericht

Desgleichen spiegelt und repräsentiert auch das monumentale Gebäude des 1899-1901 erbauten Königlich-Preußischen Amtsgerichts noch einen bedeutsamen architektonischen Nachhall der mittelalterlichen und bis in die Neuzeit fortwirkenden Orts- und Rechtsgeschichte.

Aktion Stolpersteine
Seit Sommer 2011 gibt es in Rhaunen Bestrebungen, mit der Verlegung sogenannter “Stolpersteine“ an das Schicksal der Opfer des NS-Terrors zu erinnern. Näheres hierzu lesen Sie auf der Informationstafel am Judenfriedhof, an dem der STUMM-Orgel-Weg vorbeiführt.

4.5, Mühlstein
Foto: Hermann Mosel, Franz de Crouppé

Ausstellung „Schätze am Sironaweg“ in der Verbandsgemeindeverwaltung Rhaunen

Eine Schenkung des 2006 verstorbenen Hobbyarchäologen Franz de Crouppé aus Rhaunen war die Initialzündung für die Ausstellung. Das Ausstellungskonzept wurde von der Prähistorikerin Dr. Regina Geiß-Dreier zusammengestellt. Die Dauerausstellung „Schätze am Sironaweg“ stellt neben den Funden des Herrn De Crouppé aus römischer Zeit die Sehenswürdigkeiten, die der Wanderer im Ferienland rund um Rhaunen entdecken kann, in den Mittelpunkt. Hierzu gehören u.a. das Freilichtmuseum keltische Höhensiedlung „Altburg“ bei Bundenbach sowie die international bekannten Bundenbacher Fossilien - aber auch die im„Hunsrücker Bauernbarock“ gestalteten schieferbewehrten Dorfkirchen, in denen teilweise die berühmten STUMM-Orgeln zu finden sind.

Gi & Ga Giftladen und Galerie
ein kleiner, feiner Laden bei der Adler-Apotheke in der Ortsmitte von Rhaunen, umgeben vom „Garten der Sinne“.
Schatten