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Band lebens- und liebenswert
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8: Soonwald

Der Soonwald ist ein bis 657 m hoher, stark bewaldeter Gebirgszug als Teil des Mittelgebirges Hunsrück. Er liegt zwischen dem Hauptkamm des Hunsrücks (Nordwesten) und dem Nahetal (Südosten), hinter dem sich das Saar-Nahe-Bergland erhebt.
Er ist das Herzstück des 2005 gegründeten Naturparks Soonwald-Nahe, der von den herbschönen Hochflächen des Hunsrücks über die Quarzit-Kämme des Soonwaldes mit seinen tief eingeschnittenen Bachtälern bis hin zu den Rebhängen des Nahetals reicht.

Der 83 km lange Premiumwanderweg „Soonwaldsteig“ verläuft vom romantischen Rheintal
bei Bingen über waldreiche Quarzitkämme des Soonwaldes ins idyllische Hahnenbachtal bei Bundenbach.

Unmittelbar unterhalb des Ortes Bundenbach erwartet den Besucher ein ganz besonderes Wanderabenteuer:

Die Traumschleife „Hahnenbachtaltour“

8 Logo Traumschleife Hahnenbachtaltour

8 Logo DSW 2012

lädt ein, Geschichte und Natur zu erleben im „Tal der Jahrtausende“

Das romantische Hahnenbachtal, das „Tal der Jahrtausende“ im Dreieck Bundenbach, Woppenroth und Schneppenbach bietet die ideale Kulisse für den abwechslungsreichen und naturnahen Qualitätswanderweg Traumschleife „Hahnenbachtaltour“. Diese 9,5 km lange kulturelle Rundwanderroute mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten auf der Strecke (siehe Beschreibung unten) wurde vom Deutschen Wanderinstitut mit 81 Punkten bewertet.

8.1. Traumschleife Hahnenbachtaltour

8.2 Traumschleife Hahnenbachtaltour

Die Traumschleife „Hahnenbachtaltour“ ist vom Wandermagazin als „Deutschlands Schönster Wanderweg 2012“ ausgezeichnet worden.

Die rekonstruierte Keltensiedlung „Altburg“ bei Bundenbach

8.3 Keltensiedlung Altburg
Foto: Bernd Michel

Die Senke zwischen dem Idar- und dem Soonwald ist uraltes Siedlungsland. Das beweisen Ausgrabungen des Rheinischen Landesmuseums Trier in den Jahren 1971 bis 1974 auf der Altburg bei Bundenbach. Dort stand von ca. 170 bis um 50 v. Chr. eine späteisenzeitliche Höhenburg des westkeltischen Kulturbereiches. Einige Gebäude dienten als Speicher und standen daher aufgestelzt auf vier bis sechs Pfosten zum Schutz vor Nagern und Bodenfeuchtigkeit.

Letzte Spuren menschlicher Anwesenheit verlöschen um Mitte des letzten Jahrhunderts vor Christus – 20 Jahre bevor Caesar das Land der keltischen Treverer in das römische Imperium eingliederte.

Bei den Ausgrabungen wurde die Altburg im Bauzustand des 1. Jahrhunderts v. Chr. wieder teilerrichtet, zu einem einzigartigen, frühgeschichtlichen Freilichtmuseum ausgebaut und 1988 zur Besichtigung freigegeben. Erstmals konnte damit der Bebauungsplan einer keltischen Kleinburg vollständig rekonstruiert werden.

Die Keltensiedlung ist zugleich Startpunkt des 100 km langen „SIRONA-WEGES“ - auf keltisch-römischen Spuren der Quellgöttin Sirona durch die Hunsrück-Nahe-Region.

Im Tal der Jahrtausende, dem Hahnenbachtal, in unmittelbarer Nähe der Keltensiedlung Altburg befindet sich das Besucherbergwerk „Herrenberg“, eine ehemalige Schiefergrube mit Fossilienmuseum, kleinem Bergbaumuseum und Therapiestollen.

Das Besucherbergwerk „Herrenberg“

8.4. Besucherbergwerk Herrenberg
Foto: Bernd Michel

Das historische Schieferbergwerk „Herrenberg“ vermittelt dem Besucher in eindrucksvoller Weise die Arbeit des Bergmanns und erschließt ihm eine Welt der Fossilien aus grauer Vorzeit.
Terrassenähnlich liegen Abbaue und Weitungen im Berginnern übereinander.

Phantastische Quarzadern im Wechsel mit graublauem Schiefergestein zeichnen Bilder ausgefallener Seltenheit und Struktur – abstrakte Kunst der Natur. Goldglänzende Pyrite in den Wänden und Tropfsteine, die sich an den Firsten gebildet haben, bestechen durch ihre unverfälschte Schönheit und Natürlichkeit. Handgepickelte Stollen und Abbaue zeugen von mittelalterlicher Bergmannskunst, alte Urkunden berichten von Schürfungen im 16. Jahrhundert, doch deuten begründete Anzeichen schon auf römerzeitlichen Schieferbergbau.

Therapiestollen zur Behandlung von Atemwegserkrankungen
Mit dem Therapiestollen im ehemaligen Schieferbergwerk hat Bundenbach im medizinischen Bereich ein wertvolles Angebot. Durch die klimatischen Bedingungen im Stollen wird eine Linderung oder sogar Heilung von Atemwegserkrankungen, chronischer Bronchitis und Bronchialasthma sowie Nasenschleimhautschwellungen günstig beeinflusst.

Fossilienmuseum

8.5 Fossilie
Foto: Bernd Michel

Fossilien, jene Relikte unvorstellbar weit zurückliegender Erdzeitalter künden vom Leben vor ca. 400 Mio. Jahren. Viele aufschlussreiche Fossilienfunde wurden bis heute geborgen und sind in namhaften Museen der Welt vertreten. Unter Anleitung kann sich der Besucher mit der Präparation der im Schiefer verborgenen Versteinerungen vertraut machen.

Ein kleines Bergbaumuseum mit Ausstellung von primitivem Gezähe (bergmännisches Werkzeug) bis zu den Werkzeugen und Geräten, mit denen heute noch Schiefer gewonnen wird, vermitteln dem Besucher, unter welch schweren Bedingungen Schiefer gebrochen, gefördert und Abraum beseitigt wurde.

Die Burgruine Schmidtburg

8.6, Ruine Schmidtburg

ist eine der ältesten und bedeutendsten Burganlagen des Hunsrücks. Ehemals als Fluchtburg im Jahre 926 von Franken errichtet, wurde sie etwa einhundert Jahre später zum Wohnsitz der Grafen von Schmidtburg, der Wildgrafen. Im 14. Jahrhundert erhielt die Anlage ihre heutige Größe, wurde im Laufe der Jahrhunderte in Teilen zerstört und später wieder aufgebaut. In den 80er Jahren wurde die Burg so gesichert und restauriert, dass sie dem Besucher eine Vorstellung über Größe und Bedeutung der einstigen Festung vermitteln kann.

Weitere Infos über die Sehenswürdigkeiten im Hahnenbachtal: www.vg-rhaunen.de/Tourismus-Freizeit/Sehenswürdigkeiten

Bollenbach

8.7, Bollenbacher Mühle
Foto: Hermann Mosel

Ortsbildprägende Gebäude in Bollenbach sind die mittelalterliche Zehntscheune, das 1719 erbaute Dorfkirchlein und der Fachwerkbau (1926) einer der ersten elektrischen
Getreidemühlen des gesamten Hunsrücks, die bis heute noch betriebsfähig ist. Vor der Mühle laden Tisch und Bänke zur Rast und zum Betrachten der dörflichen Idylle ein. Besichtigungen möglich (Tel. 415)

Einkehren in Bollenbach:
Gasthaus „Dorfschänke“, Blumenstraße 7, Tel. 06544/415
Öffnungszeiten: So. 10.00 – 13.00 Uhr, und ab 17.00 Uhr, Mo., Die., Do., Fr. und Sa. ab 17.00 Uhr
Ruhetag Mittwoch, Fleisch z.T. aus eigenem Schweinestall
Schatten