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Band lebens- und liebenswert
Headfoto Orgel

Geschichte der Familie STUMM

„Die STUMM-Orgeln zeichnen sich durch handwerkliche Gediegenheit, eine wohldurchdachte und harmonische auf den Prospekt (das „Gesicht“ der Orgel) abgestimmte innere Anlage aus. Kennzeichnend für den Klangcharakter dieser STUMM-Orgeln sind einerseits kräftige (manchmal auch „deftige“) am französischen Vorbild orientierte Zungenstimmen (z.B. Trompeten) , andererseits am süddeutschen Orgelbau orientierte Streicherstimmen.“Johann Michael STUMM begründete zu Anfang des 18. Jahrhunderts die Orgelbauer-Dynastie. Nach einer Lehrzeit als Schmied und Goldschmied errichtete er um 1716 in Sulzbach eine eigene Werkstatt, worin er sein erstes Opus anfertigte: die Orgel zu Kirchberg im Hunsrück. Verschiedene Widmungen, die Johann Michael STUMM seinen Instrumenten beifügte, lassen erkennen, dass der Baumeister sein Schaffen und seine Begabung nicht als selbstverständlich betrachtete.
„Lobet den Herrn mit Seyten und mit Pfeiffen“ oder „Dies Orgel solle Gott allein, zu seinem Lob gewidmet sein ...“ lauten die Inschriften, die der Meister seinen Werken mit auf den Weg gab. Sie zeigen, dass ihr Erbauer seine Begabung als ein Geschenk Gottes verstand und unterstreichen die Demut, die der Meister in Anbetracht seines eigenen Werkes der göttlichen Schöpfung entgegenbrachte.

Johann Michaels bekannteste Orgel ist wohl die in der evangelischen Pauluskirche zu Kirchheimbolanden, die sogenannte „Mozartorgel“. Das zweifellos berühmteste und größte Instrument, das je aus einer STUMM´schen Werkstatt hervorgegangen ist und sich bis heute erhalten hat, ist die Orgel der evangelischen Abteikirche zu Amorbach im Odenwald.
Noch bekannter als die Orgelbauer wurden die STUMM´s als Hüttenbesitzer. Begründer dieser Linie war der ältere Bruder des ersten Orgelbauers. Als gelernter Schmied erwarb Johann Nikolaus STUMM im Jahr 1715 das Recht zur Errichtung eines Hammers „Auf dem Birkenfeld“ in der Gemarkung von Schauren und 1738 den Hammer zu Sensweiler. Damit war der Grundstein für den Aufstieg der STUMM-Dynastie, die eine Reihe weiterer Hammer- und Hüttenwerke auf dem Hunsrück und auf der Saar in ihren Besitz brachte, im Bereich der Schwerindustrie gelegt. Mit dem Erwerb der Neunkircher Eisenwerke (1806) und der Erhebung von Karl Ferdinand STUMM in den erblichen Freiherrenstand (1888) erreichte die STUMM´sche Familientradition ihren Höhepunkt, die in dem Sulzbacher Schmied und Landwirt Christian STUMM ihren Stammvater hatten.

Durch Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt gehört die STUMM´sche Eisenindustrie mittlerweile der Vergangenheit an. Auch viele der alten STUMM-Orgeln wurden wiederholt durch moderne Orgelbaufirmen, z.B. die Firma Oberlinger in Windesheim, renoviert und erweitert. Aus dieser ebenfalls traditionsreichen Orgelfamilie kam erstmals 1773 ein Familienmitglied mit dem STUMM´schen Orgelbau in Berührung, wohl durch eine Lehre in der Sulzbacher Werkstatt.
Schatten