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Band lebens- und liebenswert
Headfoto Verbandsgemeinde

Die Geschichte der Verbandsgemeinde Rhaunen

Seit der Gebietsreform im Jahre 1970 gehören die Orte Asbach, Bollenbach, Bundenbach, Gösenroth, Hausen, Hellertshausen, Horbruch, Hottenbach, Krummenau, Oberkirn, Rhaunen, Schauren, Schwerbach, Stipshausen, Sulzbach und Weitersbach zur Verbandsgemeinde Rhaunen. Ein Jahr zuvor erfolgte die Umgliederung vom Landkreis Bernkastel in den Landkreis Birkenfeld.

Das Gebiet der Verbandsgemeinde liegt in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Hahn an der Wasserscheide zwischen Nahe und Mosel und an der alten Grenze zwischen den Erzbistümern Trier und Mainz. Es ist trotz seiner Abgeschiedenheit schon sehr früh durch die Kelten und Gallier besiedelt worden. Die Kelten und Gallier wurden abgelöst von den Römern. Diese Römerherrschaft ertrug man zunächst sehr unwillig, und es kam häufig zu Unruhen und Aufständen.

Mit den Römern kam auch das Christentum in diese Gegend, wobei als Ausgangspunkt wahrscheinlich das Taufhaus in Dill anzusehen ist, denn hier führte die Römerstraße von Trier nach Mainz vorbei. Diese Straße, die auch den nördlichen Teil der heutigen Verbandsgemeinde Rhaunen berührt, stellte die Achse eines damals hochmodernen Verkehrswegenetzes dar, mit dem die Römer den Hunsrück erschlossen. Vor Beginn des 5. Jahrhunderts folgten den Römern die Franken. In diese Zeit fällt sicherlich auch die Entstehung des Namens, der die Mittelgebirgsregion zwischen Mosel, Nahe, Rhein und Saar bezeichnet, der „Hunsrück“. Es steckt darin nicht etwa der Rücken eines Hundes, sondern höchstwahrscheinlich die alte fränkische Bezeichnung für die Hundertschaft, eine Gruppe von je einhundert freien Franken, die sich geschlossen da und dort ansiedelten.

Erst in der Mitte des 9. Jahrhunderts tritt das Gebiet um Rhaunen in die Geschichte ein. Das im Jahr 841 erstmals urkundlich erwähnte Dorf Rhaunen gehört zu den ältesten Dörfern des Hunsrücks und war Sitz eines großen wildgräflichen Hochgerichtes, das 17 Dörfer umfasste. Die im Jahr 1409 aussterbenden Wildgrafen wurden von den Rheingrafen von Stein beerbt, die sich dann Wild- und Rheingrafen nannten. Bei den Teilungen der Wild- und Rheingrafenschaft blieb Rhaunen bei der Dhauner Linie. Der Salmsche Hof (später Gasthaus zum Löwen in Rhaunen) gehörte im 18. Jahrhundert zur Herrschaft Salm-Kyrburg.
Jahrhundertelang blieb das Gebiet um Rhaunen als „Hochgericht Rhaunen“ eine politisch-rechtliche Einheit. Von besonderer Bedeutung für dieses Gebiet ist die Tatsache, dass seit dem Jahr 1324 das Erzstift Trier festen Fuß im Hochgericht fasste und ein Viertel der Gebietshoheit in Besitz nahm, so dass drei Viertel bei den Wild- und Rheingrafen verblieben. Bis zum Ende des Bestehens des Hochgerichtes im Jahr 1750 galt es als ungeteilte Gemeinschaft zwischen der Wildgrafenschaft Salm-Salm und Kurtrier.

Der "Friede von Campo Formio", geschlossen am 17.10.1797, übergab dem republikanischen Frankreich das gesamte linke Rheinufer und damit auch das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde Rhaunen.
Der Wiener Kongress 1815 sprach die Rheinlande dem Königreich Preußen zu, das die Verwaltungsgliederung errichtete, die im wesentlichen bis heute besteht. So entstand 1816 die Bürgermeisterei (später das Amt) Rhaunen im Kreis Bernkastel, Regierungsbezirk Trier. Sie umfasste 14 Dörfer und bestand ohne Unterbrechung bis zur eingangs erwähnten Gebietsreform 1970. Politisch kann sie als der Nachfolger des Hochgerichts und als Vorgänger der Verbandsgemeinde Rhaunen gelten, so dass politisch-geschichtliche Kontinuität durchaus gegeben ist.

Altes Amtsgericht
Altes Amtsgericht

Ehemaliges Königliches Amtsgericht Rhaunen, erbaut 1899 im neubarocken Stil mit abgewalmten Giebeln und vorspringendem Treppenhaus mit geschweiftem Dach. Die sichtbar belassene Schieferbruchsteinfassade wird gegliedert durch Fensterachsen mit Sandsteingewänden. Anbau mit Gefängnis und Gefängnishof. Über dem Eingang das Wappen des Königreiches Preußen.
Amtsgericht bis Mitte 1968.

Heute: Wohnhaus mit Musikschule, Physiotherapie- und Arztpraxis

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